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Europa braucht ein 28. Regime, das Wachstum ermöglicht

Kerstin Altendorf
Dr. Kerstin Altendorf
Außenansicht des Europäischen Parlaments in Brüssel

Die EU-Kommission legt heute ihre Vorschläge für ein sogenanntes 28. Regime im Gesellschaftsrecht vor. Zentrales Element dabei: Die neue, optionale und einheitliche Rechtsform eines EU-Unternehmens, kurz EU Inc.

„Europa braucht starke, integrierte Kapitalmärkte. Nur so sichern wir Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Das von der Kommission vorgeschlagene 28. Regime kann ein Baustein dafür sein. Wir brauchen weniger Fragmentierung, bessere Finanzierung und mehr Integration.“

Der Kommissionsentwurf geht in die richtige Richtung, muss aber an wichtigen Punkten nachgeschärft werden:

  • Erstens muss die EU Inc. als echtes Wachstumsinstrument funktionieren. „Wir brauchen einen Rechtsrahmen, der Gründungen vereinfacht und Kapital mobilisiert. Klare und verlässliche Regeln für Finanzierungsverträge und Sicherheiten sind dabei zentral.“
     
  • Zweitens braucht es eine funktionierende Schnittstelle zum Fremdkapital. „Gerade in Europa können Unternehmen ohne Kredite nicht wachsen. Das 28. Regime muss deshalb auch kreditfinanzierte Modelle mitdenken und die Finanzierungsbedingungen stärker harmonisieren.“
     
  • Drittens sollte auf ein gesondertes Abwicklungsregime für kleine Unternehmen mit Moratorien verzichtet werden. „Grundsätzlich sollten Investoren europaweit vergleichbare Standards bekommen, einschließlich verlässlicher Sicherheiten, so dass die Finanzierungskosten sinken.“
     
  • Viertens bietet die EU Inc. die Chance, neue Strukturen wie „Compartments“ einzuführen, die Risiken klar trennen und zusätzliche Investoren ansprechen. Diese Chance sollte die Europäische Union nutzen.
Kerstin Altendorf

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