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09. März 2026

Aktuelles Stichwort: Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bleibt beim Finanzverhalten bestehen

Der Internationale Frauentag am 8. März ist ein weltweiter Aktionstag für Gleichberechtigung, Frauenrechte und gegen Diskriminierung. Eine aktuelle Studie des Bundesverbands deutscher Banken zum Thema „Female Finance 2026“ zeigt weiterhin geschlechterspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage, der finanziellen Absicherung im Alter sowie im Umgang mit Finanz- und Anlagefragen. Trotz positiver Entwicklungen bleibt die Kluft in Deutschland bestehen.


Frauen bewerten ihre eigene wirtschaftliche Situation weiterhin schlechter als Männer

Obwohl die Einschätzungen der eigenen wirtschaftlichen Lage beider Geschlechter seit 2024 leicht rückläufig sind, bleibt die bereits damals bestehende Differenz unverändert. Auffällig ist das Ungleichgewicht bei der Altersvorsorge: Fast zwei Drittel der Männer (66 %) schätzen ihre finanzielle Situation im Alter als (sehr) gut ein, während dies bei Frauen nur etwas mehr als die Hälfte (54 %) tut. Hauptgründe für die schlechtere finanzielle Absicherung von Frauen sind ein geringeres Einkommen und niedrigere Arbeitszeiten, was sich nachteilig auf die Rentenansprüche auswirkt. Frauen haben im Vergleich weiterhin monatlich rund 300 Euro weniger zur Verfügung. In Partnerschaften übernehmen Frauen zudem den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung, was das Zeitbudget für eigene Erwerbsarbeit reduziert. Männer sind aufgrund ihrer besseren Finanzsituation häufiger in der Lage, regelmäßig zu sparen. Aktuell legen allerdings mehr Frauen regelmäßig Geld zur Seite (53 %) als noch vor zwei Jahren (45 %). Die Sparbeträge sind jedoch weiterhin geringer: Nur etwa ein Drittel der Frauen (32 %) legt mehr als 200 Euro monatlich zurück, während dies bei Männern 44 % sind. Beim Besitz von Wertpapieren holen Frauen langsam auf: 31 % besitzen mittlerweile Wertpapiere (2024: 25 %). Dennoch bleibt dieser Wert hinter dem Anteil der Männer (47 %) zurück. Als Hauptgrund für das Nicht-Investieren geben Frauen häufiger fehlende Kenntnisse an, während Männer Wertpapiere öfter als zu unsicher empfinden. 


Das Interesse an Finanzthemen steigt

In Beziehungen kümmern sich weiterhin häufiger Männer um die Finanzen (53 % der Männer, 31 % der Frauen). Die Studie zeigt jedoch auch: Das Interesse an Finanz- und Wirtschaftsthemen ist bei Frauen seit 2024 gestiegen (von 24 % auf 32 %). Auch wenn Frauen sich zunehmend regelmäßig um ihre finanziellen Angelegenheiten kümmern (44 %), tun sie dies immer noch seltener als Männer (54 %). Frauen schätzen ihr Finanzwissen schlechter ein: Gut die Hälfte meint, sich in Geldangelegenheiten (sehr) gut auszukennen, während drei Viertel der Männer dies von sich behaupten. Besonders groß ist der Unterschied beim Wissen über Börsenthemen: 68 % der Frauen halten ihr Wissen für (sehr) gering, im Vergleich zu 39 % der Männer. Auch das Verständnis des Begriffs „Rentenlücke“ ist bei Männern deutlich stärker verbreitet als bei Frauen.

Position des Bankenverbandes 

Frauen schätzen ihre eigene finanzielle Lage und ihr Finanzwissen weiterhin schlechter ein als Männer. Positive Trends wie ein steigendes Interesse und eine erhöhte Sparquote reichen noch nicht aus, um den Gender Gap zu schließen. Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen und beruflichen Rahmenbedingungen sowie der finanziellen Bildung sind entscheidend, um die Gleichstellung im Bereich Finanzen voranzutreiben. Weitere Informationen können Sie der aktuellen Studie des Bankenverbandes entnehmen.


Markus Kirchner

Kontakt

Dr. Markus Kirchner

Leiter Politik Deutschland

   +49 (30) 1663 2250

   markus.kirchner@bdb.de

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